Freitag, 05.06.2020 15:38 Uhr

Größter illegaler Waffenfund seit Jahrzehnten in OÖ.

Verantwortlicher Autor: Haas Freistadt, OÖ, 06.04.2020, 14:28 Uhr
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Polizeieinsatz
Polizeieinsatz   Bild: LPD OÖ

Freistadt, OÖ [ENA] Landespolizeidirektor Andreas Pils, der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Michael Tischlinger und Medienstaatsanwältin Ulrike Breiteneder gaben bei der Pressekonferenz der Landespolizeidirektion OÖ. Einzelheiten zum größten illegalen Waffenfund in Österreich seit Jahrzehnten bekannt.

Der 65jährige Verdächtige aus dem Bezirk Freistadt, OÖ., wurde am Freitag, 3.4.2020 von seiner Freundin bei der Polizeiinspektion Gallneukirchen wegen versuchter Nötigung angezeigt. Im Zuge dieser Amtshandlung gab die Anzeiger an, dass sie sich vor dem Verdächtigen fürchte, da er immer Waffen bei sich trage und sie auch schon mit Mord bedroht habe. Da es sich bei den Angaben um durchaus nachvollziehende Aussagen handelte und der Verdächtige laut Waffenamt auch mehrere legale Waffen in seinem Waffenpass eingetragen hatte, wurde aus Gründen der Vorsicht das Einsatzkommando Cobra an die Adresse des Verdächtigen entsandt, um diesen gemeinsam mit Beamten aus Freistadt zu beamtshandeln.

Gleichzeitig wurde von der Einsatzleitstelle erhoben, dass an der Adresse des Verdächtigen eine mit Covid-19 infizierte Person gemeldet ist, weshalb von der Einsatzleitung sofort die Entsendung eines mit spezieller Schutzausrüstung ausgestatteten Kompetenzteams veranlasst wurde. Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme und Überprüfung der Waffen des Verdächtigen gab dieser an, etwas mehr als die im Waffenpass eingetragenen Waffen zu besitzen. Bei einer Nachschau im Keller trauten die Beamten jedoch ihren Augen nicht. Der gesamten Keller war voll mit Kriegsmaterial, Waffen und Munition sowie Maschinen zur Metallbearbeitung.

Es wurden daher weitere Beamte der Sondereinheit EGS in voller Schutzausrüstung nach Freistadt geordert, die zu sechst sieben Stunden lang den illegalen Fund auflisteten und sicherstellten. Unter anderem wurden beim Verdächtigen Munition in Höhe einer Million Schuss, 40 vollautomatische Waffen, hunderte Revolver und Pistolen, Scharfschützengewehre und Langwaffen, Schalldämpfer und Kriegsmaterial sichergestellt. Alleine die Munition könnte 4000 Polizisten ein Jahr versorgen!! Am Samstag, 4.4.2020 übernahm schließlich das Landesamt für Verfassungsschutz die Amtshandlung und muss nunmehr überprüfen, ob Waffen aus strafbaren Handlungen stammen oder für diese verwendet wurden.

Mag. Michael Tischlinger betonte, dass es der größte Fund an illegaler Munition und Waffen seit seiner nunmehr 18jährigen Zeit als Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz sei. Teils habe der Verdächtige im Keller seines Hauses Waffenteile selbst hergestellt, teils frei erhältliche Deko-Waffen in voll funktionsfähige Waffen umgebaut. 19 Waffen habe er legal besessen. Seitens der Staatsanwaltschaft Linz wurde noch am Freitag beim Landesgericht Linz eine Durchsuchungsanordnung beantragt und vom Journalrichter bewilligt, ebenso am Samstag eine Festnahmeanordnung. Am Sonntag sei schließlich über den Beschuldigten die Untersuchungshaft verhängt worden. Derzeit läuft das Verfahren wegen versuchter Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

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