Donnerstag, 22.08.2019 07:26 Uhr

Göttinger Verkehrsbetriebe am Limit-Nahverkehr am Kollaps

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 12.01.2019, 13:02 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Lokale Nachrichten +++ Bericht 4805x gelesen
Schonmal Ausguck nach dem nächsten Bus halten
Schonmal Ausguck nach dem nächsten Bus halten  Bild: Fotorechte: sparkie / www.pixelio.de

Göttingen [ENA] Seit Wochen nun immer wieder dieselben Nachrichten auf der Webseite der Göttinger Verkehrsbetriebe: Busausfälle wegen Krankheitsstand. Seit November letzten Jahres in unregelmäßigen Abständen immer wieder neue Infos, die die Fahrgäste immer wieder verunsichern:

Heute mal die eine Buslinie, morgen die andere, die nicht oder nicht regelmäßig fahren kann, weil angeblich zum einen so viele Fahrer in den Ruhestand gehen und zum anderen sei der Krankenstand so hoch, das man nicht mehr alle Fahrten bedienen kann. Ich berichtete bereits darüber. Nachdem in der Weihnachtszeit plötzlich alles wieder normal lief, jetzt eine neue Hiobsbotschaft, die nun ab kommenden Montag in Kraft treten kann. Jetzt auch keine Rede mehr von angeblichen Ruheständlern, die quasi den reibungslosen Ablauf stören, sondern der Krankenstand sei jetzt / jetzt wieder dramatisch hoch:

Bei rund 250 Fahrern seien inzwischen 47 krank, so die Unternehmensleitung. Und deshalb müsse ab Montag, vorerst bis Ende Januar 2019 ein Notfallfahrplan in Kraft treten. Dieser sieht den Wegfall bzw. Einschränkungen von Fahrbetrieben von Buslinien vor. Trotz aller Notfallmaßnahmen und Veröffentlichungen auf der Webseite der GöVB, wo angeblich die Kunden täglich Updates der fahrenden Busse einsehen können (wenn auch nicht alle Internet haben) täglich Pannen bei den Fahrten: Die 71-jährige Rentnerin Birgit H. berichtet: Am späten Vormittag bin ich mit der Linie 33 vom Holtenser Berg nach Weende zu real.- einkaufen gefahren, weil ich dort nur kurze Wege mit meinen Taschen zu der Bushaltestelle habe.

Nach meinem Einkauf wollte ich um 12.14 Uhr wieder zum Holtenser Berg fahren, der Bus kam aber nicht, 30 Minuten später sollte der nächste Bus fahren. Da die andere Fahrgelegenheit einen weiten Fußweg und Umstieg bedeutet hätte, habe ich weitere 30 Minuten an der Haltestelle gewartet, inzwischen war eine weitere Dame eingetroffen, die auch den Bus benutzen wollte. Aber auch nach 30 Minuten kam kein Bus, und ich überlegte nun, mit der Dame zusammen ein Taxi zu rufen, um nach Hause zu gelangen. Um 13.14 Uhr schließlich kam ein mit Schülern überfüllter Bus, den ich dann mit der Dame benutzte, um nach 70 Minuten Wartezeit an der Bushaltestelle eine Fahrzeit von 5 Minuten zu nutzen.

5 Minuten hört sich dabei so an, als ob man die Strecke laufen kann, allerdings führt diese über einen Autobahnzubringer. Anderer Fall: Frau Siegrid B. aus Göttingen berichtet ebenfalls von der Linie 33, die als Endhaltestelle das Weender Krankenhaus und Klinikum hat. Mehrfach sei Sie aufgrund der Nichtfahrten, die nirgends einzusehen gewesen sind, zu spät zum Dienst im Krankenhaus erschienen, und fragt sich, warum gerade in den Morgenzeiten, wo Arbeitsbeginn ist, die Busse nicht fahren.

Auch ein besonderes Erlebnis hat Herr Günther P. zu vermelden: Am 8.1.2019 erschien auf der Internetseite GöVB der Notfallfahrplan für Mittwoch 9.1.2019, auf dem ausdrücklich der Bus um 9.31 Uhr vom Ausfall ausgenommen war. Trotzdem ist dieser Bus nicht gefahren. Für Freitag 11.1.2019 war kein besonderer Fahrplan veröffentlicht. Da Herr P. um 10.31 Uhr wieder besagten Bus nehmen wollte, 6 Minuten vorher eine andere Buslinie die Station in anderer Richtung bediente, fragte er bei diesem Busfahrer nach, ob denn 6 Minuten später der Bus fahren würde.

Darauf die patzige Antwort des Busfahrers (memorierter Dialog B= Busfahrer P= Fahrgast): B - Lesen Sie denn keine Zeitung ? P – Nein, ich habe keine Zeitung. B – Darin steht heute, das es einen Notfallfahrplan gibt, der Bus fährt nicht. P – Aber im Internet der GöVB steht, der Notfallfahrplan tritt erst am Montag 14.1. in Kraft. B – Soweit ich weiß, gilt der schon ab heute. (Dialogende) Hier lassen sich Beispiel an Beispiel anfügen, aber bei allen Problem, die die GöVB zu bewältigen hat, scheint es nicht besonders kundenorientiert zu sein. Wenn schon unvermeidbare Probleme mit der Fahrbereitschaft auftreten, sollte man wenigstens seine Kunden korrekt informieren.

Und wenn ich über die ganze Situation so nachdenke: In Göttingen gibt es derzeit weder eine Grippewelle noch erhöhte Darminfektionen, ob da nicht hausgemachte Probleme betrieblicher Art dahinter stecken ? Zum Beispiel Burnout und Co. ? Ich weiß es nicht – oder vielleicht doch ?!

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